Es ist mir seit Jahren bekannt, dass im Mülital im Bereich der Fischbecken, viele Amphibien die Strasse queren. Auf Intervention von Christof König haben wir uns entschlossen, auch hier schützend einzugreifen. 8 Personen haben am 20. Februar den Zaun aufgestellt. Der Zaun wurde anschliessend an die Räumungsarbeiten im Ostergau von der gleichen Arbeitsgruppe abgebaut. Material und Werkzeug wurden vom Werkdienst transportiert. Alle Kontrollgänge wurden von Christof König, der dort wohnt, durchgeführt. Er zählte rund 4000 Tiere, vor allem Erdkröten und Grasfrösche. Auch einige Bergmolche waren dabei, möglicherweise auch ein Fadenmolch. Er beobachtete trotz Zaun mehr als 200 überfahrene Tiere.
Zaunaufbau (P. Kunz)
An dieser neuen Zugstelle sollte auch nächstes Jahr ein Amphibienzaun gestellt werden. Für eine längerfristige Lösung sollten die neuen Besitzer in die Planung einbezogen werden.
12 Personen haben mitgeholfen, den Zaun am 8. Februar aufzustellen. Das Wetter war sehr angenehm und die Arbeit nach gut einer Stunde erledigt. Der Werkhof hat uns beim Materialtransport wieder tatkräftig unterstützt. Urs Vogel hat uns die kleine Furche mit seiner genialen Spezialpflugschar gezogen. Schon in der ersten Nacht waren Tiere unterwegs, der Zaun wurde also nicht zu früh gestellt. Ein Team von 12 Personen war für die abendlichen und morgendlichen Kontrollgänge zuständig. Freitag, 22. März wurde der Zaun wieder abgebaut. 8 Personen halfen mit, so war die Arbeit bei gutem Wetter schnell erledigt. Den Materialrücktransport erledigte wieder der Werkhof. Der Negativtrend hielt weiter an: Total 684 Tiere. 640 Erdkröten, 20 Grasfrösche, 9 Bergmolche, 12 Grünfrösche, 3 tote Tiere auf der
Strasse.
Erdkröte (P. Kunz)
Der Rückgang der gezählten Tiere ist beunruhigend, vor fünf Jahren lag der Durchschnitt noch deutlich über 3000 Tieren. Auch die Laichaktivität an den Weihern ist deutlich geringer. Ich hoffe sehr, dass LAWA und Karch aktiv werden und versuchen, die Ursachen zu klären.
Orchideenzauber – Botanische Kleinode in unserer Region
Mit einer Fotoausstellung und einem Vortrag stellen wir die Orchideen der Region Willisau der Bevölkerung vor und sensibilisieren sie für diese wundervollen Pflanzen und deren Bedürfnisse. Durch gezielte Nachsuche im Feld verbessern wir den Kenntnisstand zu ihren Vorkommen.
Breitblättrige Ständelwurz (P. Kunz)
Alle Orchideen sind wunderschön, viele sind selten und gefährdet. Alle Arten benötigen mehr oder weniger extensive, lückige und meist sonnige Habitate wie Extensivwiesen, Böschungen und lichte Stellen im Wald. Orchideen faszinieren viele Menschen und sind damit perfekte Botschafterinnen für die Biodiversität. Angestossen durch unser Vereinsmitglied Thomas Schweisser startet der Verein NaturNetz Region Willisau das Projekt Orchideenzauber.
Übergeordnete Ziele:
Die Kenntnisse zum Vorkommen der Orchideen in der Region Willisau erweitern
Grundlagen für ein Inventar schaffen
Die Bevölkerung für die Orchideen und die Biodiversität allgemein sensibilisieren
Der Bevölkerung die Schönheit der Orchideen zeigen
Attraktive Orchideenfotos in lokalen Geschäften zeigen
Zur Bekanntheit unseres Vereins beitragen
Rotes Waldvögelein (P. Kunz)
Konkrete Aktivitäten:
Teil Sensibilisierung (Fotos, Vortrag, Exkursion)
Vier Amateur-Fotographen erstellen visuell ansprechende Bilder von Orchideen in unserer Region (Gemeinden Willisau, Menznau, Grosswangen, Ettiswil, Alberswil, Zell, Hergiswil, Luthern); einige Standorte sind uns bekannt und werden den Fotographen bekanntgegeben.
Die schönsten ca. 40-50 Fotos werden gedruckt und für die Ausstellung gerahmt.
Diese Bilder werden im Rathaus Willisau gezeigt, kombiniert mit einem Vortrag über Orchideen im Rahmen der Volkshochschule Willisau; am Samstag nach dem Vortrag sind die Bilder im Rathaus nochmals zu bestaunen.
Ein Teil dieser Bilder wird im Chäschäller und allenfalls weiteren Willisauer Geschäften präsentiert; dort werden auch Flyer von NaturNetz Region Willisau aufgelegt. Die Bilder hängen so lange, wie die Geschäftsführung dies wünscht.
Im Frühsommer 2026 organisiert unser Verein eine Orchideenexkursion in Willisau.
Teil Vorkommens-Kenntnisse
Zwei oder mehr Personen vom Verein suchen in im Voraus definierten Flächen gezielt nach weiteren Orchideenvorkommen.
Die Bevölkerung wird eingeladen, Orchideen zu fotografieren und uns zu melden.
Die gemeldeten Arten werden durch uns bestimmt oder verifiziert (allenfalls unter Mithilfe von Orchideenkenner:Innen) und an das nationale Datenzentrum für Pflanzen weitergeleitet.
Die Vorkommen werden auf Objektblättern dokumentiert und diese den Gemeindebehörden weitergeleitet, um bei Bedarf geeignete Schutz – oder Pflegemassnahmen einzuleiten.
Bienen-Ragwurz (P. Kunz)
Orchideen sind geschützt. Sie dürfen auch für Bestimmungszwecke in keiner Art und Weise beschädigt werden. Orchideenvorkommen sind sensible Daten, die nicht punktgenau weitergegeben werden sollen. Entsprechend werden wir Standortsangaben nur pro Kilometerquadrat machen, für besonders seltene Arten nur pro Gemeindegebiet.
Unsere Arbeit ist nur möglich dank Mitgliederbeiträgen, Spenden und viel ehrenamtlichem Engagement. Jede Spende ermöglicht uns, noch mehr für den Naturschutz in der Region Willisau zu tun. Vielen Dank für deine Unterstützung.